Das Jahr 2025 war vollgepackt mit Serien. Über neu gestartete bis abgeschlossene, von guten bis zu schlechten Serien war alles dabei. Meine Top 10 an guten Serien möchte ich euch präsentieren.
Adolescence – Miniserie
Ein schreckliches Verbrechen stürzt eine Familie in den Abgrund: In „Adolescence“ wird der 13-jährige Jamie Miller (Owen Cooper) des Mordes an einer Schülerin beschuldigt. Sein Vater Eddie Miller, gespielt von Stephen Graham, versucht, ihm beizustehen, während Detective Inspector Luke Bascombe (Ashley Walters) und die Psychologin Briony Ariston (Erin Doherty) den Fall untersuchen.
Neben der spannenden Geschichte bringt die Miniserie eine besondere Inszenierung mit. Die vier Folgen werden nämlich ohne Schnitt erzählt. Die erste Folge erzählt die Ereignisse des ersten Tages, die zweite paar Tage später, die dritte paar Wochen später und die letzte 13 Monate später. Die Kamera ist richtig gut und braucht eine menschliche Führung, um an sein Ziel zu kommen. So gibt es manchmal Personen, die als Übergang fungieren. „Adolescence“ lässt die Zuschauer mit einem offenen Ende zurück. Wir wissen nicht, ob er schuldig ist oder nicht.
Aktuell könnt ihr die Serie bei Netflix schauen.
Dept. Q – Staffel 1
Carl Morck (Matthew Goode), ein brillanter, aber unkollegialer Kriminalbeamter mit beißendem Sarkasmus, wird nach einem Einsatz mit Todesfolge und Lähmung seines Partners strafversetzt. Im Keller leitet er das neu gegründete Department Q für ungelöste Fälle, eine PR-Maßnahme zur Ablenkung von der inkompetenten Polizei, die ihn loswerden will. Unerwartet stellt Morck ein Team unkonventioneller Ermittler zusammen. Als eine vielversprechende Spur im Fall eines seit Jahren verschwundenen Beamten auftaucht, ist Morck zurück im aktiven Dienst und agiert gewohnt unbequem und unnachgiebig.
Die Netflix-Serie „Dept. Q“, basierend auf Jussi Adler-Olsens Carl-Morck-Romanen, spielt in Schottland statt Dänemark. Trotz Abweichungen (Carl Morck ist Engländer) fesselt die Serie. Die Handlung wechselt zwischen Handlungssträngen und beleuchtet Merritt Lingards Schicksal. Die Team-Dynamik, besonders zwischen Carl, Stiefsohn Jasper und Rose, überzeugt. Akram bleibt mysteriös; Hardy (Jamie Sives) hat eine größere Rolle. Parallel zum Fall Lingard wird der ungelöste Anschlag auf Carl, Hardy und PC Anderson untersucht, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Der Fall Merritt ist auch ohne Buchkenntnis spannend. Für mich ist „Dept. Q“ das Highlight des Jahres.
Aktuell könnt ihr die Serie bei Netflix schauen.
The Studio – Staffel 1
„The Studio“ handelt von Matt Remick (Seth Rogen), der neu zum Leiter der Continental Studios ernannt wurde. Zusammen mit seinem Team versucht er, die Studios vor dem Untergang zu bewahren. Dabei müssen sie sich mit egozentrischen Schauspielern und anderen Problemen auseinandersetzen. Jede Party, jede Besetzung und jede Preisverleihung birgt das Risiko, entweder der nächste große Erfolg zu werden oder das Ende für die Studios einzuleiten. Für den Filmfan Matt ist es der perfekte Job, der sich jedoch möglicherweise zu einem Albtraum entwickelt.
„The Studio“ ist wohl das Prestigeprojekt von Apple TV. Der Cast ist top und die Gaststars. Auch wenn die Serie nicht immer meinen Humor trifft, sind die behandelten Themen echt gut gewählt. Die Serie zieht ganz Hollywood durch den Kakao und viele aus der Industrie machen mit. Was mir auch gefallen hat, ist die Machart. Denn die Serie ist in langen Einstellungen gefilmt, eine Folge ist sogar ein kompletter One Take. „The Studio“ ist der Grund, warum man ein Apple TV-Abo abschließen sollte.
Aktuell könnt ihr die Serie bei Apple TV schauen.
The Last of Us – Staffel 2
Vor 25 Jahren verwüstete ein mutierter Cordyceps-Pilz die Zivilisation und verwandelte Menschen in aggressive Monster. Fünf Jahre nach dem Ausbruch schmuggelt Joel (Pedro Pascal) die vierzehnjährige, immune Ellie (Bella Ramsey) aus einer Quarantänezone, um sie in ein Labor zu bringen. Da die Entwicklung eines Heilmittels Ellies Tod bedeuten würde, verhindert Joel dies, tötet das Laborpersonal und belügt Ellie über den Abbruch der Forschung. In Jackson werden Joel und Ellie von ihrer Vergangenheit eingeholt, als sie auf die Soldatin Abby (Kaitlyn Dever) treffen, was zu einem gefährlichen Konflikt führt.
Die zweite Staffel von „The Last of Us“ adaptiert nur einen Teil des Spiels. Ein genauer Vergleich fällt mir schwer, da ich das zweite Spiel nur teilweise kenne. Die Serie hält sich aber an die wichtigsten Punkte der Spielhandlung. Ellie, hervorragend gespielt von Bella Ramsey, steht im Mittelpunkt und trägt die Staffel. Die Rivalität zwischen WLFs und Seraphiten eskaliert zum Krieg. Abby und ihre Gruppe sind kaum zu sehen, werden aber hoffentlich in Staffel drei präsenter sein. Die aktuelle Staffel fokussiert sich auf die Charaktere, der Schauplatz Seattle ist nebensächlich. Manche Teile waren langatmig; am besten waren die erste, die letzten beiden, insbesondere Folge 6. Das Finale macht Lust auf Staffel drei, die voraussichtlich erst 2027 erscheint. Genug Zeit, um „The Last of Us Part II“ noch durchzuspielen.
Aktuell könnt ihr die Serie bei WOW schauen.
Long Bright River – Miniserie
In „Long Bright River“ stehen die einst unzertrennlichen, doch nun entfremdeten Schwestern Mickey Fitzpatrick (Amanda Seyfried) und Kacey (Ashleigh Cummings) im Mittelpunkt. Mickey ist Polizistin und dem Gesetz verpflichtet, während Kacey durch ihre Drogensucht in die Schattenseiten der Stadt abgerutscht ist. Als immer mehr Sexarbeiterinnen aus dem von der Opioidkrise gezeichneten Viertel Kensington unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen, beginnt Mickey, die Todesfälle zu untersuchen. Sie befürchtet Mord. Ihr schlimmster Verdacht wird zur Gewissheit, als Kacey spurlos verschwindet: Ihre Schwester könnte das nächste Opfer des unbekannten Täters sein.
Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Liz Moore und spielt in Philadelphia. Die Serie fängt standardmäßig an. Amanda Seyfried spielt eine Polizistin, die sich um die Drogenabhängigen der Stadt kümmert. Der Fokus liegt hier nicht auf die Ermittlung des Täters, sondern auf die Familie von Mickey und ihre Vergangenheit. Also ist es mehr ein Familiendrama. Das Mickey Polizistin ist eigentlich nicht wichtig, sie hätte auch irgendein anderer Job haben können. Die Serie hat auch gute Wendungen und ist von Folge zu Folge spannend und hat ein gutes Finale.
Aktuell könnt ihr die Serie bei MagentaTV schauen.
Mercy for None – Miniserie
Nach mehr als zehn Jahren kehrt der Ex-Gangster Gi-joon in der südkoreanischen Netflix-Serie „Mercy for None“ in die kriminelle Unterwelt zurück. Allein auf sich gestellt beginnt er einen schonungslosen Rachefeldzug, um die Schuldigen am Tod seines Bruders zur Rechenschaft zu ziehen.
Bei „Mercy for None“ ist der Name Programm. In den sieben Episoden wird niemand verschont, außer es sind nur Schläger, die sich verpissen. Die Action ist richtig gut, also für Fans von „John Wick“ und „The Raid“ ein Muss. Sonst ist die Handlung eine klassische Gangstergeschichte. Es gibt einen Komplott, um an die Macht zu kommen und es sterben dafür sehr viele Menschen. Ein Pluspunkt der Serie ist auch die Länge der Episode. Jede Episode geht ca. 40 Minuten und man kann sie richtig gut durchbingen. Also eine klare Empfehlung.
Aktuell könnt ihr die Serie bei Netflix schauen.
Orphan Black: Echos – Staffel 1
Im Jahr 2052 wird Lucys (Krysten Ritter) ruhiges Leben unterbrochen, als ein Attentäter auftaucht. Weder ihr Partner Jack (Avan Jogia) noch dessen gehörlose Tochter Charlie (Zariella Langford) wissen, wer dahintersteckt, doch Lucy (eine künstliche Kopie eines Menschen, gedruckt von Dr. Kira Manning, Keeley Hawes) kennt den Grund: Zwei Jahre zuvor erwachte sie ohne Erinnerungen und floh aus dem Labor. Nun holt sie ihre Vergangenheit ein. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie Jules (Amanda Fix), einer Teenagerin, die sie für eine jüngere, gedruckte Version ihrer selbst hält.
„Orphan Black: Echoes“ startet langsam mit Cameos von Felix und Delphine. Die Serie gewinnt an Fahrt, als Klon Lucy, die in Ruhe leben will, von ihren Erschaffern wegen illegalen Klonens gejagt wird und ihre Identität aufklären muss. Dr. Kira Manning ist involviert. Anders als im Original spielt Krysten Ritter nur einen Klon, was enttäuscht. Die Serie wirft philosophische Fragen auf. Die Prämisse ist, dass jeder geklont werden und die Erinnerungen des Originals erhalten kann (Plan des Antagonisten James Hiroyuki Liao). Trotz bekannter Absichten überrascht das Ende. Da die Serie abgesetzt wurde (möglicherweise wegen begrenzter Veröffentlichung), bleiben die bösen Absichten ungeklärt. Dennoch ist „Orphan Black: Echoes“ sehr gut und eine klare Empfehlung für Fans.
Aktuell könnt ihr die Serie bei RTL+ schauen.
Das Institut – Staffel 1
Der hochbegabte Teenager Luke Ellis (Joe Freeman) wird nach dem Mord an seinen Eltern entführt und wacht in „The Institute“ in Maine auf, einer geheimnisvollen Anstalt, in der Kinder mit außergewöhnlichen Kräften (TKs und TPs) von Ms. Sigsby (Mary Louise Wilson) gefangen gehalten und grausamen Experimenten unterzogen werden. Luke muss fliehen. Währenddessen versucht der Ex-Polizist Tim Jamieson (Ben Barnes) in der Nähe einen Neuanfang, dessen Wege sich bald mit denen von Luke kreuzen.
Die Serienadaption von Stephen Kings Roman „Das Institut“, einem meiner Favoriten, lief auf MGM+ (in Deutschland über Prime Video) an, wurde aber kaum beworben. Die Handlung folgt wie im Buch Luke Ellis im Institut und Tim Jamieson, der die Machenschaften aufdeckt. Die Serie bleibt dem Buch treu, nimmt sich aber im Finale Freiheiten. Trotz oberflächlicher Charaktere ist die Geschichte sehr spannend erzählt. Obwohl die Serie in Deutschland wenig Aufmerksamkeit erfuhr, wurde sie für eine zweite Staffel verlängert, was aufgrund des offenen Endes und fehlender Buchvorlage interessant wird.
Aktuell könnt ihr die Serie bei MGM+ schauen.
ES: Welcome to Derry – Staffel 1
Die Serie „ES: Welcome to Derry“ spielt 1962 in Derry, Maine, 27 Jahre vor dem ersten Kampf des „Losers‘ Club“ gegen das uralte Monster ES alias Clown Pennywise (Bill Skarsgård). Ein neuer 27-jähriger Zyklus des Schreckens beginnt: Das Böse erwacht in der Kanalisation und verursacht eine Welle der Gewalt und Angst, die in einer Tragödie im Nachtklub Black Spot gipfelt.
„ES: Welcome to Derry“ vertieft die „ES“-Mythologie und zeigt, dass Pennywise schon lange in Derry aktiv ist. Erwachsene, denen das Monster begegnet ist, und Dick Hallorann („Shining“), vom Militär wegen des „Shining“ nach Derry entsandt, sind involviert. Die Kinder tragen die Handlung nicht allein, was theoretisch Auftritte ihrer erwachsenen Pendants in der nächsten Staffel ermöglicht. Im Gegensatz zum Film gibt es keine feste Gruppe; die Dynamik entwickelt sich, und die meisten Charaktere (außer Will Hanlon) scheinen potenziell sterblich. Die Serie streut Elemente aus der Vergangenheit ein, etwa wie Es seine Pennywise-Gestalt annahm. Obwohl die Staffel mit einem Höhepunkt startet, verliert sie zeitweise an Fahrt und Pennywise tritt relativ spät in Erscheinung. „ES: Welcome to Derry“ ist ein Highlight, überzeugt auch ohne „ES“-Expertenwissen, aber nicht DAS größte.
Aktuell könnt ihr die Serie bei WOW schauen.
Pluribus – Staffel 1
Carol Sturka (Rhea Seehorn), eine erfolgreiche Autorin historischer Liebesromane, ist unerfüllt. Während einer Pressetour in Albuquerque bricht eine „Optimismus-Apokalypse“ aus: Ein Virus infiziert die Menschen weltweit mit Glück und Zufriedenheit. Carol ist immun und die einzige Unglückliche. Widerwillig muss sie als Retterin die Wahrheit hinter dem Phänomen ergründen.
Das Marketing-Mysterium von „Pluribus“ wird schnell gelöst: Ein Virus verwandelt die Menschheit in ein Kollektiv, bis auf 13 Personen, darunter Carol Sturka. Sie will dies rückgängig machen und trifft auf Manousos Oviedo (Carlos Manuel Vesga). Die erste Staffel beschränkt sich auf Carols Pendeln zwischen dem Versuch der Rückgängigmachung und dem Erhalt ihres normalen Lebens. Da Gilligan einen Plan für vier Staffeln hat, nimmt er sich Zeit. Obwohl die Serie sehr gut ist, kritisiere ich Carols Motivation, da ihre Partnerin Helen (Miriam Shor) bereits gestorben ist. Mein erster Eindruck ist trotzdem sehr gut, aber ein abschließendes Urteil erfordert die zweite Staffel.
Aktuell könnt ihr die Serie bei Apple TV schauen.