Zwei Männer in Anzügen stehen in einem schwach beleuchteten, schwarz-weißen Flur und blicken ernst nach rechts, während im Hintergrund ein leuchtendes „EXIT“-Schild über einer Tür hängt.

Der Autor von „Citizen Kane“ – Mank (2020)

In der im Dezember 2020 auf Netflix erschienenen Filmbiografie „Mank“ beleuchtet Regisseur David Fincher die realen Ereignisse um den Hollywood-Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz. Im Mittelpunkt stehen dessen Auseinandersetzungen mit Regisseur Orson Welles bezüglich der Urheberschaft am Skript zu „Citizen Kane“. Wie der Film „Mank“ ist, erfahrt ihr hier.

Der Autor von „Citizen Kane“

Im Jahr 1940 zieht sich Herman J. Mankiewicz (Gary Oldman) auf eine abgelegene Ranch in der Mojave-Wüste zurück. Gehbehindert nach einem Unfall und stark alkoholkrank, steht der Autor vor der Aufgabe, innerhalb von lediglich 60 Tagen das Drehbuch für das Regiedebüt des Hollywood-Aufsteigers Orson Welles (Tom Burke) zu verfassen. Zur Seite stehen ihm dabei die britische Sekretärin Rita (Lily Collins) sowie die deutsche Krankenschwester Freda (Monika Gossmann).

Das Skript dreht sich um einen vermögenden Zeitungsmagnaten nach dem Vorbild von William Randolph Hearst (Charles Dance). Mankiewicz lernte Hearst 1930 kennen; aus einer anfänglichen Freundschaft entwickelte sich über bewegte Jahre hinweg schließlich ein Entzweiungsprozess. Dadurch avanciert „Citizen Kane“ nicht nur zu Mankiewicz’ persönlicher Abrechnung mit Hearst, sondern ebenso mit den anti-liberalen Strukturen Hollywoods.

In einer schwarz-weißen Außenaufnahme stehen eine Frau in einem hellen Kleid mit Mantel und ein Mann in einem gestreiften Anzug an einen Holzpfosten gelehnt und unterhalten sich, während im Hintergrund ein großes Filmlicht auf einem Gestell steht.
MANK (2020)
Amanda Seyfried as Marion Davies and Gary Oldman as Herman Mankiewicz.
Cr: NETFLIX

Wer war Mank?

Herman J. Mankiewicz war ein bekannter Hollywood-Autor (1929–1935 an über 25 Filmen beteiligt, u. a. Dinner um acht und ungenannt bei The Wizard of Oz). Er arbeitete im von Großstudios wie MGM dominierten System, dessen Machtstrukturen an spätere Branchenkonsolidierungen erinnern. Anfang 1940 verfasste er in Victorville mit John Houseman in 12 Wochen die ersten Entwürfe zu „Citizen Kane“. Nach Streitereien über die Urheberschaft wies die Screen Writers Guild Mankiewicz und Regisseur Orson Welles als Co-Autoren aus; beide erhielten den Drehbuch-Oscar, blieben der Verleihung jedoch fern.

Die Inspiration durch William Randolph Hearst ist unklar. Erst Pauline Kaels Essay „Raising Kane“ (1971) rückte Mankiewicz’ Rolle in den Fokus. Auch Jack Finchers Drehbuch betont seinen Anteil, wenngleich die genaue Gewichtung umstritten bleibt. Einige Details sind fiktiv: Der Regisseur Metcalf existierte nicht, während die Anti-Sinclair-Propagandafilme tatsächlich von Felix E. Feist gedreht wurden.

Raising Kane

Jack Fincher, Journalist und Vater von David Fincher, verfasste das Drehbuch zu „Mank“ um 1992. Die Erstfassung basierte auf Pauline Kaels Essay „Raising Kane“ (1971, New Yorker), wonach Herman J. Mankiewicz der Hauptautor von „Citizen Kane war. Später wurde die Handlung um Upton Sinclairs Wahlkampf erweitert. In den 1990ern scheiterte eine geplante Verfilmung mit Kevin Spacey und Jodie Foster bei Polygram an David Finchers Festhalten an einem Schwarz-Weiß-Film. Schließlich finanzierte Netflix das Projekt.

„Mank“ ist wohl der untypischste Film von David Fincher. Man könnte aber sagen, dass er den Film machen wollte, da sein Vater das Drehbuch geschrieben hat. Ich persönlich mag solche Filme über Künstlern, wozu ich auch Autoren zähle. Wobei es hier mehr um die Persönlichkeit geht als um seine Arbeit. Die Rückblenden könnten, aber dafür dasein, um zu verstehen, woher er die Inspiration zum Skript hat, das kann ich aber nicht beurteilen, da ich „Citizen Kane“ nicht gesehen habe. Vielleicht ändert sich das noch. 

„Mank“ ist ein ruhiger Film und lebt stark von den Dialogen. Und es ist sehr interessant, eigentlich ist es ein richtiger Netflix-Film ohne ein Netflix-Film zu sein. Was ich mir mehr gewünscht hätte, wäre die Arbeit am Drehbuch und die Konflikte mit Orson Welles. Das heißt nicht, dass der Film schlecht ist. Nein er ist trotzdem verdammt gut und das er Schwarz-Weiß ist mehr als nur ein Stilmittel. Ich bin davon überzeugt, dass der Film, wenn er schon in den 90ern erschienen wäre, das Werk von David Fincher beeinflusst hätte. „Mank“ ist ein guter Film, aber nur einer, der in der Diskografie von David Fincher untergeht. 

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