Eine Frau im Vordergrund und ein Mann im Hintergrund blicken mit ernsten, nachdenklichen Gesichtsausdrücken in unterschiedliche Richtungen. Die Szene ist in kühles, blaues Licht getaucht, das von der Seite kommt und eine angespannte, mysteriöse Stimmung erzeugt. Im unteren Bereich ist eine dunkle Silhouette einer Landschaft zu erkennen.

Die Ehe wird zur Hölle – Gone Girl (2014)

Die Romanverfilmung „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ von Gillian Flynn kam 2014 unter der Regie von David Fincher in die Kinos. Der Film beleuchtet die komplexen Beziehungsdynamiken einer Ehe, die durch das plötzliche Verschwinden der Ehefrau und den daraus resultierenden Verdacht gegen ihren Ehemann erschüttert wird. Die Hauptrollen spielen Ben Affleck und Rosamund Pike. Wie der Film „Gone Girl“ ist, erfahrt ihr hier. 

Die Ehe wird zur Hölle

An ihrem fünften Hochzeitstag verschwindet Amy Dunne (Rosamund Pike) ohne jede Spur. Schnell rückt ihr Ehemann Nick Dunne (Ben Affleck) ins Visier der Ermittlungen, da sämtliche Hinweise auf ein Verbrechen hindeuten und sein merkwürdiges Benehmen das Misstrauen in seinem Umfeld verstärkt. Obwohl er in der Heimatstadt bislang als idealer Partner angesehen wurde, bröckelt diese Fassade im Laufe der Untersuchungen zunehmend. 

Doch nicht nur Nicks Weste ist unrein – es stellt sich heraus, dass auch Amy eine ganz andere Seite verbarg, als die Öffentlichkeit ahnte. Als die Polizei schließlich auf Amys Tagebuch sowie eine versteckte, offenbar geleerte silberne Geschenkbox stößt, entfaltet sich ein dichtes Geflecht aus Täuschungen und Unwahrheiten. Während die Gemeinschaft fassungslos vor den Trümmern einer scheinbar makellosen Ehe steht, beteuert Nick beharrlich weiterhin seine Unschuld.

Ein Mann in einem grauen Sakko steht an einem Mikrofon und hält eine Rede. Links neben ihm ist ein großes „MISSING“-Plakat mit dem Foto einer Frau und dem Datum „THURSDAY JULY 05, 2012“ zu sehen. Im Hintergrund beobachten eine Frau und ein älterer Mann die Szene mit ernstem Ausdruck. Die Beleuchtung ist gedämpft und die Stimmung wirkt angespannt.
© 20th Century Fox

Eine brillanter Psychothriller?

Gillian Flynns „Gone Girl“ fesselte 2012 Millionen Leser weltweit mit seiner komplexen Handlung und den ambivalenten Charakteren. Die Verfilmung von David Fincher aus dem Jahr 2014 brachte die Geschichte auf die große Leinwand. „Gone Girl“ ist einer meiner Lieblingsfilme von David Fincher. Ich mag Psychothriller und der Twist des Films hat mich damals überrascht. Darüber hinaus passt Ben Affleck sehr gut in die Rolle von Nick. 

Der Film zeichnet ein etwas sympathischeres Bild von ihm als die Romanvorlage, indem seine Fehler und seine Passivität leicht heruntergespielt werden. Dies macht es dem Publikum paradoxerweise schwerer, Nick eindeutig als Täter oder Opfer einzustufen, was den Reiz des Films maßgeblich ausmacht. Aber Rosamund Pike gibt den perfekten Gegenpart zu Nick. Sie liefert als Amy eine beängstigende Performance ab, die ihre manipulative und berechnende Natur brillant auf die Leinwand bringt.

Fincher gelingt es, den Spannungsbogen hochzuhalten. Während das Buch stark auf die abwechselnden Perspektiven von Amy und Nick setzt, um tief in das Innenleben beider Charaktere einzutauchen, konzentriert sich der Film primär auf Nicks Sichtweise. Dies schränkt zwar die psychologische Tiefe von Amys Beweggründen etwas ein, erzeugt aber eine intensivere, mysteriöse Spannung, da der Zuschauer die Ereignisse gefiltert durch Nicks Wahrnehmung erlebt.

„Gone Girl“ schockt dich beim ersten Mal richtig, da man irgendwie nicht weiß ob Nick wirklich unschuldig ist oder nicht. Der Film versucht, dich mit der Anfangsszene in eine bestimmte Richtung zu drücken. Durch den Twist zur Mitte des Films ist „Gone Girl“ nicht nur ein durchschnittlicher Psychothriller, sondern ein hervorragender Psychothriller. 

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