Original VS Remake: Verblendung

Lange ist es her, dass „VS“ auf dieser Seite stattfand. Heute geht es um „Verblendung“. “Verblendung” ist der erste Roman der Millennium-Reihe von Stieg Larsson aus 2005. Die erste Verfilmung kam 2009 und schon 2011 kam das Remake von David Fincher. Gibt es Unterschiede zwischen diesen beiden Filmen? Das erfahrt ihr hier.

Worum geht es in “Verblendung”?

Die Geschichte spielt in Schweden im Jahr 2009. Henrik Vanger, ein Unternehmer, bekommt jedes Jahr eine mysteriöse Blume zum Geburtstag geschickt. Er vermutet, dass der Absender der Mörder seiner Großnichte Harriet ist, die vor langer Zeit spurlos verschwand. Deshalb beauftragt er den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist, das Geheimnis um Harriets Verschwinden zu lösen. Zusammen mit der Hackerin Lisbeth Salander arbeitet Mikael an dem Fall und stößt auf ein düsteres Geheimnis.

Die Unterschiede von “Verblendung”

Was zuerst auffällt, ist der Qualitätsunterschied, das Original als Fernseher-Format konzipiert und umgesetzt wurde. “Verblendung” von David Fincher hingegen ist ein großer Hollywood-Film mit Starbesetzung. Lisbeth Salander wird im Original von Noomi Rapace und im Remake von Rooney Mara verkörpert. Mikael Blomkvist wird im Original von Mikael Nyqvist und im Remake von Daniel Craig verkörpert. Während die erste Verfilmung den Inhalt des Romans an einigen Stellen frei interpretierte, zeitliche Abläufe änderte und gewisse Zusammenhänge anders darstellte, hält sich Finchers Neuverfilmung wesentlich enger an die Vorlage.

Trotzdem lassen beide ein paar Handlungsstränge raus, wie Mikaels Affäre mit Cecilia Vanger und sein Gefängnisaufenthalt. Ein großer Unterschied zwischen den Verfilmungen ist, wie Mikael Blomkvist Hinweise auf die Notizen von Harriet bekommt. Im Original ist es Lisbeth Salander und im Remake von Mikael Blomkvists Tochter, wie im Buch. So ist Martin Vanger mehr im Remake vertreten als im Original und wird von Stellan Skarsgård verkörpert. In Finchers Version lebt Anita Vanger nicht mehr im Gegensatz zum Original.

Die Darstellung von Lisbeth Salander im Remake ist entschärft und weniger hart im Vergleich zur schwedischen Version. Rooney Mara zeigt mehr Verletzlichkeit und Menschlichkeit in ihrer Interpretation der Figur. Daniel Craig gelingt es, Mikael Blomkvist überzeugend darzustellen und ihm mehr Charaktertiefe zu verleihen. Die Beziehung zwischen Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist wird im Remake etwas mehr betont und weist einen gewissen Witz auf, der im schwedischen Original nicht so stark vorhanden ist.

Original oder Remake? 

Man kann sagen, dass beide Versionen gut sind. Sie sind nur 2 Jahre auseinander. Wenn wir einen kurzen Blick auf die Buchvorlage werfen, wird deutlich, dass Fincher sich in seiner Adaption stärker an das Buch hält. Die Affäre mit Erika Berger wird dargestellt, ebenso wie seine Rolle als Vater. Seine Ermittlungen auf der Insel bleiben geheim. Diese und viele weitere Details mögen Kleinigkeiten sein, aber sie dürften die eingefleischten Buchfans mehr zufriedenstellen als die schwedische Verfilmung.

Das Original funktioniert am besten im Zusammenhang mit den anderen zwei Filmen der Reihe, kann aber auch alleine geschaut werden. Es wird ein Fall gezeigt, der danach abgeschlossen ist, wo die anderen Filme dann mehr zusammenhängen. Es wäre sehr interessant zu sehen, wie David Fincher die anderen beiden Filme adaptieren würde. Ich persönlich empfehle das Remake, weil es besser und spannender ist. Auch ein Punkt ist die Verfügbarkeit, denn das Remake ist bei Netflix verfügbar und das Original nirgends, zumindest im Stream.

Bildquelle: IMDb

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