Eine blonde Frau blickt ernst vor einem Baum und Holzzaun unter einem weitläufigen, bewölkten Himmel.

Pluribus: Die Unglücklichste der Welt – Staffel 1 – Review

„Pluribus“ ist die neue Serie von „Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan und geht zu seinen Sci-Fi-Wurzeln zurück. Die Serie handelt von Carol, der einzigen Überlebenden, die nicht von dem Virus befallen wurde, das die gesamte Menschheit verwandelt hat. Wie die erste Staffel von „Pluribus“ ist, erfahrt ihr hier. 

Die Unglücklichste der Welt

Die erfolgreiche Autorin historischer Liebesromane, Carol Sturka (Rhea Seehorn), findet weder in ihrer Arbeit noch in ihrem Leben Erfüllung – im Gegensatz zu den Protagonisten ihrer Bücher, die das Glück suchen. Während einer Pressetour für ihr neuestes Werk wird Carol in Albuquerque Zeugin eines apokalyptischen Ereignisses. Ein mysteriöses Virus breitet sich blitzschnell weltweit aus und infiziert die Menschheit mit einem Gefühl von Freude, Glück und tiefer Zufriedenheit.

Carol Sturka jedoch scheint als einziger Mensch gegen dieses Glück immun zu sein. Sie ist plötzlich die unglücklichste Person auf der Welt, aber auch die Einzige, die in der Lage ist, gegen diese „Optimismus-Apokalypse“ vorzugehen. Trotz Widerwillen, Wut und Verwirrung nimmt Carol ihre Rolle als Retterin des Planeten an, um die Wahrheit hinter dem bizarren Phänomen aufzudecken.

Zwei Frauen blicken entschlossen in die Ferne einer sonnigen Wüstenlandschaft unter strahlend blauem Himmel.
© Apple TV

Aus Vielen wird eins

„Pluribus“ ist eine der meist erwarteten Serien des Jahres. Doch erfüllt sie den Hype? Da ich Vince Gilligans frühere Arbeiten wie „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ kenne, war mir klar: Es wird lange dauern. Nachdem das „Breaking Bad“-Spin-off „Better Call Saul“ abgeschlossen war, begann Gilligan im Sommer 2022 mit dem Pitchen seines neuen Serienprojekts. In einem Bieterwettstreit setzte sich schließlich Apple TV durch und sicherte sich im September 2022 eine offizielle Bestellung für zwei Staffeln. Gedreht wurde die erste Staffel von Februar bis September 2024 in Albuquerque, New Mexico, unter dem Arbeitstitel „Wycaro 339“.

Nun aber zum Kern der Sache. Das Mysterium, dass das Marketing aufgebaut hatte, wird direkt in der ersten Folge aufgelöst: Ein Virus verwandelt die gesamte Menschheit in ein Kollektiv – bis auf 13 Ausnahmen, darunter Carol Sturka. Sie beschließt, dies rückgängig zu machen. Zuerst ist sie die Einzige mit diesem Willen, bis sie auf Manousos Oviedo (Carlos Manuel Vesga) trifft. Das ist im Grunde schon der gesamte Inhalt der ersten Staffel; viel mehr passiert tatsächlich nicht. Carol pendelt zwischen dem Versuch, die Rückgängigmachung zu ergründen, und dem Bemühen, ihr normales Leben aufrechtzuerhalten.

Da eine zweite Staffel bereits feststand, fragte ich mich anfangs, wie das alles in zwei Staffeln passen soll. Nach der Hälfte der Zeit war mir aber klar: Gilligan nimmt sich eben die nötige Zeit. Er hat ja auch selbst erwähnt, dass er einen Plan für vier Staffeln hat. Trotzdem: „Pluribus“ ist zwar eine sehr gute Serie, aber einen zentralen Kritikpunkt habe ich. Carols Motivation, die Dinge unbedingt rückgängig machen zu wollen, leuchtet mir nicht vollständig ein. Ihre Lebensgefährtin Helen (Miriam Shor) ist bei der Invasion gestorben; sie hat also niemanden, den sie retten müsste. Für ein abschließendes Urteil muss ich zwar die zweite Staffel abwarten, aber mein erster Eindruck ist definitiv sehr gut.

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