Squid Game: Die Perfidität der Kinderspiele

In der Netflix-Serie “Squid Game” müssen 456 Teilnehmer sechs Kinderspiele überleben um das große Preisgeld zu gewinnen. In diesem Artikel möchte ich genauer auf die Spiele eingehen und wie perfide diese sind.

1. “Rotes Licht, grünes Licht”

Beim ersten Spiel werden alle 456 Teilnehmer auf ein Feld geführt, auf dem sich am anderen Ende eine gigantische Roboter-Puppe befindet, die mit dem Rücken zu den Spielern steht. Es handelt sich um das Spiel “Rotes Licht, grünes Licht”, hierzulande kennt man es unter “Ein Hase läuft über das Feld”. Die Spieler haben fünf Minuten die Ziellinie überqueren, die bei der Puppe ist, ohne erwischt zu werden. Solange der Spruch “Rotes Licht, grünes Licht” erklingt, können sie sich bewegen. Hört es auf, dreht sich die Puppe um und alle, die sich bewegen, werden eliminiert. Bei diesem Spiel wird ihre Situation klar und es kommt zur Massenpanik, ihr sterben schon über die Hälfte der Spieler. Die Spieler wissen vor den Spielen nicht, was passiert, was später perfide wird für die Spieler untereinander.

2. Zuckerfiguren rausbrechen

Das zweite Spiel ist “Zuckerfiguren rausbrechen”, die Spieler müssen sich zwischen eines von vier Symbolen aussuchen: Kreis, Dreieck, Stern oder Regenschirm. Je nachdem, an welcher Tür sie stehen, erhalten sie eine speziell darauf angepasste Dose. In der Dose befindet sich eine Zuckerplatte, in der das jeweilige Symbol eingeprägt ist. Mit einer Nadel müssen sie die Form nun innerhalb von zehn Minuten herauslösen, ohne das Symbol kaputtzumachen. Dadurch, dass die Spieler nicht wissen, um was es geht, wissen sie auch nicht, was die Symbole bedeuten. Der Regenschirm ist das schwerste Symbol zum herausbrechen. Hier ist Geschicklichkeit gefragt und ruhe, was dadurch gestört wird, wenn die Leute um ein rum erschossen werden.

3. Tauziehen

Die Spieler müssen Teams bilden, ein Team besteht aus zehn Teilnehmer. Nach der Teambildung startet das Spiel “Tauziehen”, wer gegen wenn antreten muss, wird ausgelost. Die Spieler werden mit den Händen an das Tau gekettet und müssen nun auf einer erhöhten Plattform um die Oberhand kämpfen. Wer verliert, wird in die Tiefe gerissen und das Seil wird durchgeschnitten. Ab hier fängt die Diskriminierung an, jeder möchte keine Frau im Team haben, obwohl sie nicht mal wissen, was gespielt wird. In den kommenden Spielen kommt das immer wieder auf.

4. Murmeln

Das vierte Spiel ist das perfideste von allen. Die Spieler müssen in zehn Minuten sich einen Partner suchen, die meisten suchen sich ihren Partner aus den Leuten, die sich kennen, was ein Fehler ist. Das Spiel ist “Murmeln”, jeder Spieler hat zehn Murmeln und muss die Murmeln seines Partners innerhalb von dreißig Minuten zu gewinnen. Hierbei ist es egal, wie man die Murmeln gewinnen, sie dürfen nur keine Gewalt anwenden. Beliebt ist jedoch das Wettspiel, bei dem man Murmeln in der Hand hält und der Gegenpart erraten muss, ob es sich um eine ungerade oder gerade Nummer an Murmeln handelt. Dieses Spiel zehrt an den Nerven, denn man ist schuld wenn ein Freund stirbt, besonders wenn es der Ehepartner ist.

5. Trittstein-Spiel

Die Spieler müssen Westen mit den Nummern 1 bis 16 auswählen – ohne zu wissen, wofür die Nummern genau stehen. Durch die Nummern wird die Reihenfolge festgelegt. Welche Nummer ist die Beste? Anschließend werden sie auf eine erhöhte Plattform geführt, die durch eine Brücke mit dem Ziel verbunden ist. Die Spieler müssen nun innerhalb von 16 Minuten auf die andere Seite gelangen. Die Brücke besteht aus Trittsteinen aus verschiedenen Glas, entweder Sicherheitsglas oder Fensterglas. Das Sicherheitsglas kann zwei Personen halten und das Fensterglas keinen. Es besteht also eine 50:50 Chance, dass man in den Tod stürzt. Wenn jemand stehen bleibt werden die anderen auch sterben wenn die Zeit abläuft deswegen schubsen sich die Teilnehmer auch mal. Den Unterschied zwischen Sicherheitsglas und Fensterglas kann man nicht direkt sehen außer man kennt sich aus. Dadurch verstärkt die Spannung unter den Spielern.

6. Tintenfisch-Spiel

Das titelgebende Tintenfisch-Spiel von Squid Game wurde früher in Korea gespielt und wurde uns auch in der ersten Folge gezeigt. Es gibt zwei Rollen: Angreifer und Verteidiger. Der Angreifer – bis zum Hals des Tintenfisches nur auf einem Bein springend, muss in die aufgemalte Tintenfischform vordringen und dabei die Verteidigung durchbrechen. Er hat gewonnen, wenn es ihm gelingt, in den Kopf des Tintenfisches zu treten. Der Verteidiger muss den Angreifer aus der Form schubsen, um zu gewinnen. Dadurch, dass zwei Freunde im Finale stehen und die Geschehnissen im Vorfeld wird es schnell hitzig und das Spiel wird nicht weiter verfolgt. Am perfidesten ist die ganze Situation, wo Reiche die verschuldenden Leuten um ihr Leben kämpfen lassen. Dies geht schon seit Jahren so. Sind es immer die gleichen Spiele?

Bildquelle: Netflix

2 Kommentare zu “Squid Game: Die Perfidität der Kinderspiele”

  1. Ich habe mir ernsthaft die Frage gestellt, was es mit dieser Serie auf sich hat. Meine Kinder sind ganz versessen drauf – ich fürchte nur, sie begreifen nicht, was diese Serie eigentlich darstellt und fürchte sogar, dass sie dies als “gut” oder “normal” bewerten, nachdem es ja ein Hype ist. Ich kann nur hoffen, dass das Thema in Schulen aufgefasst und behandelt wird um dem Hype etwas entgegenzuwirken und zumindest etwas Effizientes draus zu ziehen: sich zu beschäftigen mit der Grausamkeit des Menschen, Themen wie Abhängigkeit von den “Mächtigen”, Selbstbestimmung, etc

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