Das belgisch-französisch-niederländische Filmdrama „Truly Naked“ (2026) entstand unter der Regie von Muriel d’Ansembourg, die ebenfalls das Drehbuch verfasste. Seine Premiere feierte der Film auf der Berlinale 2026, bevor er am 11. Juni 2026 seinen deutschen Kinostart hatte. Die Handlung dreht sich um einen Heranwachsenden, der die Pornoproduktionen seines Vaters unterstützt. Wie der Film „Truly Naked“ ist, erfahrt ihr hier.
Porno ist Familiensache
Geprägt von der heimischen Pornofilmproduktion seines Vaters Dylan (Andrew Howard), blickt der zurückhaltende und feinfühlige Teenager Alec (Caolán O’Gorman) seit jeher auf ganz eigene Weise auf die Welt. Seine Aufgabe ist es, die Streifen zu filmen und zu schneiden, in denen Dylan als Hauptdarsteller agiert. Ein Umzug aus dem finanziell angespannten Londoner Alltag in eine ruhige Küstenstadt soll Alec jedoch die Chance auf einen Neuanfang eröffnen. Dort versucht er, Anschluss zu finden und Freundschaften zu schließen, während er sein gewohntes, aussergewöhnliches Leben sorgsam geheim hält.
Als er sich für ein Schulprojekt mit der eigenständigen Nina (Safiya Benaddi) zusammentut, eröffnet sie ihm eine völlig neue Perspektive. Je tiefer die Bindung zwischen den beiden wird, desto deutlicher spürt Alec eine echte emotionale Nähe und Verletzlichkeit – Erfahrungen, die abseits jeglicher Kamera stattfinden. So beginnt er schrittweise zu verstehen, was es wahrhaft bedeutet, sich unvoreingenommen zu zeigen und wahrhaftig gesehen zu werden

Die nackte Wahrheit
Warum Kinder und Jugendliche keine Pornos gucken sollten, zeigt der Film „Truly Naked“. Denn Alec kam das erste Mal mit fünf Jahren mit Porno in Berührung, als er sah, wie seine Eltern einen drehten. Jahre später filmt er die Filme seines Vater, neben er noch zur Schule geht.
Es scheint so zu sein, dass das Pornogeschäft seines Vaters semigut läuft und es immer extremer werden muss. Es muss immer hart gefickt werden, da ist es egal, ob es der Frau gefällt oder nicht. In der Schule arbeitet er unfreiwillig mit Nina an einem Schulprojekt über Pornosucht (was sehr stiefmütterlich behandelt wird im Film). Sie scheint die erste Frau zu sein, mit der er neben den Drehs zu tun hat. Man sieht, wie seine Sexualität durch Pornos geprägt ist. Es gibt eine Szene, wo das zu großen Problemen führt.
„Truly Naked“ ist vom Aufbau her ein Liebesfilm nur in einem Milieu. Wir haben zwei Personen, die sich näher kommen und bevor es gut werden kann, passiert etwas, was zu Konflikten führt und alles geklärt werden muss, bevor es gut werden kann. Man merkt schon, dass Nina interessiert an Alec ist und schneller dahintergekommen ist, was Alec für seinen Vater macht, als viele denken. Der Film will uns nicht sagen, dass Pornos schlecht sind, er will, dass es auch wichtig ist, was die Frau will. Mit einem Tintenfisch ficken ist es nämlich nicht.
Nur bleibt diese Message sehr im Hintergrund. Das ist auch mein größter Kritikpunkt an „Truly Naked“. Das wichtigste wie das Schulprojekt oder die feministische Sicht auf Porno ist Füllmaterial für die Handlung. Was nicht schlimm ist, ich hätte mir aber mehr gewünscht. Trotzdem ist „Truly Naked“ ein guter Film und wer schon den Film „Pleasure“, aus 2021, gut fand, wird den hier auch gut finden.