In der pechschwarzen Thriller-Komödie „Bad Apples“, die auf Rasmus Lindgrens Debütroman „Die Unerwünschten“ basiert, verliert eine Lehrerin (Saoirse Ronan) die Beherrschung und sperrt ihren dauerhaft störenden Schüler kurzerhand in ihrem eigenen Haus im Keller ein. Wie der Film „Bad Apples“ ist, erfahrt ihr hier.
Worum geht es?
Obwohl die Grundschullehrerin Maria (Saoirse Ronan) alles gibt, um ihre Klasse aus Zehnjährigen optimal zu fördern und zu motivieren, gerät der Unterricht durch einen extrem chaotischen und unberechenbaren Schüler kontinuierlich aus den Fugen. Als sich das Verhalten des Kindes stetig verschlimmert und Marias berufliche Existenz auf dem Spiel steht, trifft sie eine Reihe fataler Fehlentscheidungen. Dies führt schließlich dazu, dass sie den Störenfried versehentlich mit nach Hause nimmt und im Keller einsperrt. Während Maria verzweifelt nach einem Ausweg sucht, blüht die Klasse ohne den Schüler plötzlich auf. Da sowohl Eltern als auch Kollegium von den spürbaren Fortschritten begeistert sind, steckt Maria zunehmend in einer ausweglosen Klemme.

Überforderung ohne richtige Lösung
Der schwedische Regisseur Jonatan Etzler drehte mit „Bad Apples“ sein englisches Debüt. Beeindruckt vom moralischen Dilemma der Romanvorlage, ließ er den Stoff von Jess O’Kane adaptieren. Aufgrund ähnlicher Probleme im Schulsystem verlegte Etzler die Handlung von Schweden nach Südengland. Wunschbesetzung Saoirse Ronan verkörpert darin die mitfühlende Lehrerin.
Ich glaube jeder hat so eine Person, die einen nervt und die Ruhe stört. Und wenn sie mal nicht da ist, ist alles viel besser. Aber ist das ein Grund die Person zu entführen? Genau das zeigt uns „Bad Apples“. Die Entführung ist eine Folge mehrerer aufeinanderfolgenden Situationen. Maria versucht das Beste draus zu machen, denn Danny (Eddie Waller) frei zu lassen ist keine Option. Und dann kommt noch hinzu, dass eine Schülerin (Nia Brown) dahinter kommt und ihren Vorteil daraus zieht und so nicht nur Danny ein Problemkind ist.
Der Film zeigt uns sehr gut, wie überfordert das Schulsystem mit verhaltensauffälligen Kindern ist. So erfahren wir, dass Danny gar nicht schreiben kann und sein Vater mit ihm überfordert ist. Am Ende sehen wir, dass die Eltern das Problem entfernen wollen, aber nicht am System was ändern wollen. Was es gut auf dem Punkt bringt, dass man immer den leichtesten Weg nimmt und Danny lange im Keller leben wird. Kurz vor Schluss dachte ich mir: „Nein, so darf es nicht Enden!” Doch endet der Film offen und das finde ich gut, denn dann kann man noch länger darüber nachdenken. „Bad Apples“ ist ein richtig guter Film, der es schafft, Humor und Ernsthaftigkeit gut zu verbinden.