Der US-amerikanische Fantasyfilm „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist eine freie, modernisierte Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von F. Scott Fitzgerald. Unter der Regie von David Fincher spielten Brad Pitt und Cate Blanchett die Hauptrollen in dem Werk aus dem Jahr 2008. Wie der Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist, erfahrt ihr hier.
Alt geboren
Im Jahr 1918 beginnt das Leben von Benjamin Button (Brad Pitt) auf ungewöhnliche Weise: Er wird als alter, gebrechlicher Mann im Körper eines Babys geboren. Sein Vater Thomas (Jason Flemyng) verstößt ihn daraufhin, sodass Benjamin im Altenpflegeheim von Queenie (Taraji P. Henson) aufwächst.
Das Besondere an Benjamin ist sein umgekehrter Alterungsprozess: Statt vorwärts zu altern, wird er im Laufe der Zeit jünger, während sein Körper gleichzeitig zu normaler Größe heranwächst. Der Film verfolgt Benjamins ereignisreiches Leben, das ihn unter anderem als Seemann in den Zweiten Weltkrieg führt, wo er eine Affäre mit der Frau (Tilda Swinton) eines Spions erlebt.
Die zentrale Figur in seinem Leben ist jedoch Daisy (Cate Blanchett). Er lernt sie bereits als junges Mädchen kennen, da sie die Enkelin einer Heimbewohnerin ist. Als beide erwachsen sind, möchten sie ihre Liebe zueinander leben. Benjamins einzigartiger, gegenläufiger Alterungsprozess stellt ihre Beziehung jedoch vor immense und tragische Schwierigkeiten.

Ein ungewöhnliches Leben
Der Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist ein untypischer Film von David Fincher, zu dieser Zeit. Ich hatte ihn vorher schon einmal gesehen und wusste damals nicht, dass er von Fincher ist. Was ich auch nicht gewusst habe, ist, dass es eine Vorlage für die Geschichte gibt.
F. Scott Fitzgeralds Kurzgeschichte „The Curious Case of Benjamin Button“ (1922) diente als Inspiration, aber der Film weicht stark ab: Bei Fitzgerald ist Benjamin anfangs von der Körpergröße schon ein alter Mann. Der Film verlegt die Handlung von Neuengland (1860) nach New Orleans (1918) und fokussiert sich primär auf die Liebesgeschichte, während das Original dies nicht tut. Der Film ist technisch beeindruckend, da Benjamin von vielen Leuten verkörpert wird und das denkt man gar nicht, bis er ein Kind wird. Man sieht immer Brad Pitt in ihm. Deswegen ist er auch eine gute Wahl als Benjamin, da er ein markantes Gesicht hat.
Der Fakt, dass Benjamin in der Kurzgeschichte schon als alter Mann geboren wurde, macht das Ende des Films etwas komisch. Am Ende des Films wird er wieder zum Baby, aber warum schrumpft er wieder? Aber das ist eine kleine Kritik. Sonst ist der Film richtig gut geworden. In der Mitte des Films spielt seine Krankheit keine Rolle, da wird er auch ein bisschen langweilig.
Da ist es eine reine Liebesgeschichte. Durch die Gegenwartsszenen hat der Film ein wenig Titanic-Vibes, was nicht schlecht ist, denn wir brauchen sie. Nur Daisy kann uns die letzten Jahre von Benjamin erzählen. „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist ein langer Film, lässt aber einiges offen bzw. behandelt es stiefmütterlich. Wie zum Beispiel seine Schwester, sie ist nur eine Randfigur, aber wahrscheinlich wichtig für Queenie und auch für Benjamin, er lebt ja mit ihr zusammen, aber ich schweife ab. Am Ende kann ich sagen, dass „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ein guter Film ist, aber man muss wirklich Lust auf diesen haben, um ihn zu schauen.