Buch VS Film: Verschwörung

Mit “Verschwörung” wurde 2015, die 2004 gestartete “Millennium”-Reihe von Stieg Larsson, durch David Lagercrantz fortgesetzt. In diesem Roman versucht Lisbeth Salander die komplette Organisation ihres Vaters aufzuspüren und zu zerstören. 2018 erschien die erste Verfilmung des Buches. Regie führte Fede Alvarez. Wie der Film “Verschwörung” gegenüber dem gleichnamigen Buch ist, erfahrt ihr hier.

Verschwörung um Frans Balder

Mikael Blomkvist steht vor einer schwerwiegenden Entscheidung, während ihm vorgeworfen wird, nicht mehr der Journalist zu sein, der er einst war. Im Gegensatz dazu ist Lisbeth Salander so aktiv wie immer. Ihre Pfade kreuzen sich, als Frans Balder, einer der weltweit führenden Experten für künstliche Intelligenz, ermordet wird. Vor seinem Tod hatte er Mikael Blomkvist hochbrisante Informationen versprochen. Als Blomkvist erfährt, dass Balder auch Kontakt zu Lisbeth Salander hatte, beginnt er seine Recherche. Diese führt ihn zu einem amerikanischen Softwarekonzern, der Verbindungen zur NSA hat. Blomkvist sieht darin die Möglichkeit, die Enthüllungsgeschichte zu veröffentlichen, die er so dringend braucht. Doch Lisbeth Salander verfolgt wie immer ihre eigene Agenda.

Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist

Die Verfilmung von David Lagercrantz‘ “Verschwörung” unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich vom gleichnamigen Roman. Während sich der Film auf die rasante und actionreiche Geschichte von Lisbeth Salander fokussiert, beleuchtet das Buch eher Mikael Blomkvists Recherche und den Kampf wieder der Journalist zu werden, der er war. Lisbeth spielt zwar in beiden Versionen eine tragende Rolle, im Film jedoch die des treibenden Rachefeldzugs. Der Film strafft die Handlung des Buches und ordnet Ereignisse neu, was sinnvoll ist, da das ganze Buch nicht in einen Film passen würde.

Der Film weicht aber stark vom Buch ab. So weit das die Vorgeschichte auch nicht mehr passt. So ist es keine filmische Fortsetzung, auch wenn es so betitelt wird. So kann Lisbeth (Claire Foy) nicht in der Kinderpsychiatrie gelandet sein, weil sie ihren Vater nicht in Brand gesteckt hat. Es wird erwähnt, dass Lisbeth und Mikael Blomkvist (Sverrir Guðnason) eine ähnliche Vorgeschichte haben, aber es wird nur angerissen. Auch ist die Charakterzeichnung komplett anders. Lisbeth wirkt im Film deutlich emotionaler und impulsiver, während Mikael Blomkvists Rolle passiv und weniger entschlossen erscheint und auch nur eine Randfigur ist. Nebenfiguren wurden stark verändert oder tauchen im Film gar nicht auf.

© Sony Pictures

Eine sehr starke Änderung ist jedoch das Verhältnis zwischen Lisbeth und ihrer Zwillingsschwester Camilla Salander (Sylvia Hoeks). Im Buch hassen sie sich bis zum Tod und im Film haben die ein komisches Verhältnis. Camilla ist enttäuscht von Lisbeth, da sie sie zurückgelassen hat, obwohl Camilla ihr nicht folgen wollte. Auch ist August Balder (Christopher Convery) nur ein Junge, der gut mit Zahlen ist. Die größte inhaltliche Änderung ist das Programm, um was es geht. Im Buch ist es eine Künstliche Intelligenz, die aber keine weitere Bedeutung bekommt, da es nicht mehr existiert. Im Film ist das Programm das Ziel.

Bildgestaltung des Films

Was der Film “Verschwörung” hat, ist eine gute Bildgestaltung. Die Primärfarben sind Schwarz und Weiß. Alles, was im Fokus ist, ist schwarz, damit es sich vom Schnee abhebt. Lisbeth trägt Schwarz (was zu ihrem Charakter gehört), die Autos sind schwarz und das Haus ihrer Familie ist schwarz. Obwohl viel Schwarz eingesetzt wird, ist das gesamte Bild aber nicht düster, sondern sehr hell. So ist die Bildgestaltung ein klarer Pluspunkt zum Film. Der Film biedert sich auch dem Remake “Verblendung” von David Fincher an, was sich aber nicht nur auf das Intro des Films beschränkt. So gibt es eine Szene im Film, wo Lisbeth in einem Müllsack steckt und sie an das Intro des Remakes erinnert.

Für wen ist die Verfilmung zu “Verschwörung”

Die Verfilmung von “Verschwörung” ist eine eigenständige Interpretation des Romans mit einigen gravierenden Unterschieden. Während der Film für Fans des Genres durchaus unterhaltsam ist, sollten Liebhaber des Buches eher einen großen Bogen um diese Verfilmung machen.

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