Der Spinnenkopf: Black Mirror auf Wish bestellt – Kritik

Nach “Top Gun – Maverick” liefert Regisseur Joseph Kosinski mit “Der Spinnenkopf” seinen zweiten Film in diesem Jahr ab. Diesmal nicht für Kino, sondern für Netflix. Die Hauptrollen im Sci-Fi-Thriller übernehmen Chris Hemsworth, Miles Teller und Jurnee Smollett. Ob “Der Spinnenkopf” wirkt oder doch bloß ein Placeboeffekt ist, erfahrt ihr hier.

Worum geht es?

In einem hochmodernen Gefängnis, das von einem brillanten Visionär geleitet wird, der mit bewusstseinsverändernden Drogen an den Insassen experimentiert, finden zwei Häftlinge zueinander, die sich gleichzeitig ihrer Vergangenheit stellen müssen. Als Vorlage des Films diente die Kurzgeschichte „Flucht aus dem Spinnenkopf“ von George Saunders, die ursprünglich in The New Yorker erschien.

Pharmazeutiker Sci-Fi-Thriller

Bei dem Projekt “Spinnenkopf” können Häftlinge ihre Haftstrafe zu verkürzen, wenn sie freiwillig als Probanden bei einer Medikamentenstudie teilnehmen. Diese Medikamente steigern mal die geistigen Fähigkeiten, intensivieren die sexuellen Empfindungen oder erzeugen Niedergeschlagenheit. Jeff (Miles Teller) sitzt ein wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen. Bei einem Autounfall starben seine Freundin und ein Freund. Es werden viele Medikamente getestet, unter anderem ein Medikament, wodurch man sich verliebt, aber auch gefährliche wie Dunkelflux. Steve Abnesti (Chris Hemsworth) ist der Leiter von “Spinnenkopf” und auch der Erfinder der Medikamente. Jeff wächst die Mitgefangene Lizzy (Jurnee Smollett) ihm ans Herz. Nach und nach findet er heraus, was hier wirklich getestet wird. Jeff nutzt die Möglichkeit, da Abnesti seine eigenen Drogen, die Wahrheit herauszufinden, obwohl er sie schon kennt. Er möchte es nur noch mal von ihm hören.

Black Mirror auf Wish bestellt

BINGO!, dachte sich Netflix, ohne zu wissen das „Spinnenkopf“ wieder so ein typischer Netflix-Film wird. Da bringt es auch nicht, das Chris Hemsworth eine der Hauptrollen übernommen hat. Der Film schafft es nicht, eine spannende Handlung zu erzählen. „Spinnenkopf“ nimmt den einfachen Weg, dass die Rolle von Chris Hemsworth Steve Abnesti seine eigenen Drogen nimmt, wobei jeder weiß, nimm nicht deine eigenen Drogen. So schafft es Jeff Abnestis Plan zu durchkreuzen.Uns wird das Programm nicht richtig erklärt, ist es von der Regierung erlaubt? Auch das die Leute zustimmen müssen, ist nur eine Formalität. Sie wissen nicht genau, was sie bekommen, und wenn sie nicht zustimmen, werden sie dazu getrieben, ja zu sagen. Das hätte an mehr thematisieren können. So hätte man erzählen können, auch wenn man sich freier fühlt als im Gefängnis, aber trotzdem gefangener ist.

Auch die Auflösung war zu einfach. Die Schwäche ist klar das Drehbuch. Von den Bildern ist der Film gut gelungen. Auch die Hintergrundgeschichte von Jeff braucht man nicht. Es ist nicht so, das Abnesti ihn dazu gebracht hat, den Unfall zu bauen. Er hätte auch jemanden beim Überfall ermorden können, es hätte nichts geändert. Lizzys Tat wird nicht gezeigt, hat aber mehr Impact, weil man nachvollziehen kann, warum sie bei diesem Programm mit macht. Grundlegend ist die Idee sehr interessant, nur fühlt sich „Spinnenkopf“ an wie Black Mirror auf Wish bestellt. Was gut ist der Film fühlt sich nicht lang an, auch wenn er fast zwei Stunden geht. Wenn dir Black Mirror zu kompliziert ist, schau dir „Spinnenkopf“, da wird dir der Plot ins Gesicht gedrückt.

Bildquelle: Netflix

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